Hirschbornteiche
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Seit 2014 verbringe ich viel Zeit an den Hirschbornteichen. Im Laufe der Jahre habe ich die Renaturierung der Teiche miterlebt und vor kurzem die Ankunft einer Biberfamilie, die begonnen hat, die Landschaft neu zu gestalten.
Vor etwa drei Jahren wurde diese Beobachtung regelmäßiger. Als mein jüngstes Kind noch nicht in den Kindergarten ging, begannen wir, mehrmals pro Woche in dieser Gegend spazieren zu gehen. Die Wege waren sanft und gut begehbar – ein einfacher Ort für ein kleines Kind und ein Ort, der dazu einlud, langsamer zu werden.
Während dieser Zeit begann ich deutliche Veränderungen in der Tierwelt zu bemerken. Arten wie Kormorane, Kraniche und Eisvögel tauchten häufiger auf. Was als einfache Neugier begann, veranlasste mich dazu, eine Kamera mitzunehmen, zunächst nur zum Vergnügen, ohne ein bestimmtes Ziel zu verfolgen.
In den letzten Monaten sind die Veränderungen deutlicher geworden. Biber begannen, Wasserwege in der Nähe des Waldweihers bei Bad Soden-Salmünster zu blockieren, sowohl stromaufwärts als auch stromabwärts. Als sich der Wasserstand veränderte, beobachtete ich eine Zunahme von Insekten, gefolgt von einem Anstieg der Singvögel – insbesondere Rotkehlchen –, die auf den veränderten Lebensraum reagierten.
Jetzt, wo ich als Fotograf arbeite, ist dieses Projekt zu einer Möglichkeit geworden, diese Veränderungen im Laufe der Zeit festzuhalten – indem ich an dieselben Orte zurückkehre, die allmählichen Veränderungen beobachte und dokumentiere, wie die Landschaft reagiert, wenn natürliche Prozesse sich entfalten können.
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Das Ziel dieser fortlaufenden Beobachtung an den Hirschbornteichen ist es, langfristige Umweltveränderungen durch ständige Präsenz und wiederholte Beobachtungen zu dokumentieren.
Anstatt sich auf einzelne Ereignisse zu konzentrieren, verfolgt dieses Projekt den allmählichen Wandel im Laufe der Zeit – wie Wasser, Tierwelt und Landschaft reagieren, wenn natürliche Prozesse sich entfalten können.
Durch die Rückkehr zu denselben Orten über Jahreszeiten und Jahre hinweg soll eine visuelle und kontextbezogene Dokumentation der Veränderungen erstellt werden, die durch Naturkräfte, insbesondere durch den Einfluss der Biberaktivität auf Wasserwege und Lebensraumstrukturen, hervorgerufen werden.
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Dieses Projekt wird von einem starken Respekt für die Tierwelt und die umgebende Umwelt geleitet.
Alle Fotoaufnahmen und Beobachtungen werden mit minimalen Auswirkungen durchgeführt. Die Tiere werden weder geködert noch angesprochen oder beeinflusst, und es werden nach Möglichkeit vorhandene Wege genutzt. In sensiblen Zeiten wie der Brutzeit und den Wintermonaten wird besondere Vorsicht walten gelassen.
Der Fokus liegt nicht darauf, um jeden Preis dramatische Bilder einzufangen, sondern Präsenz, Verhalten und Veränderungen ohne Störung zu dokumentieren. Wenn eine Situation die Tierwelt beeinträchtigen könnte, wird die Beobachtung beendet und es werden keine Bilder aufgenommen.
Das Wohlergehen der Wildtiere hat immer Vorrang vor der Fotografie.
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Die Beobachtung erfolgt mithilfe einer Kombination aus Fotografie, Wildkameras und wiederholten Besuchen vor Ort im Laufe der Zeit.
Wildkameras werden selektiv und verantwortungsbewusst eingesetzt, um Bewegungsmuster und Aktivitäten ohne menschliche Präsenz zu beobachten. Die fotografische Dokumentation konzentriert sich auf den ökologischen Kontext, das Verhalten und sichtbare Veränderungen im Wasserfluss, in der Vegetation und in der Präsenz von Wildtieren, anstatt auf Nahaufnahmen oder aufdringliche Bilder.
Neben direkten Beobachtungen stützt sich dieses Projekt auch auf vorhandenes Wissen über das Gebiet. Wertvolle Hintergrundinformationen wurden durch die Arbeit von Irina Ries, Autorin von „Die Hirschbornteiche“, sowie durch Gespräche mit Mitgliedern des Vogel- und Naturschutzvereins Bad Soden-Salmünster 1973 e.V. gewonnen .
Persönliche Berichte und historische Beobachtungen anderer Personen werden zwar nicht als formelle Daten erfasst, sind jedoch äußerst hilfreich, um die frühere Präsenz von Wildtieren, langfristige Veränderungen und die Beschaffenheit des Gebiets zu verstehen. Dieses geteilte Wissen liefert einen Kontext für die heutigen Beobachtungen.
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Dies ist ein unbefristetes Projekt. Es gibt keinen festen Abschluss, da sich die Landschaft selbst ständig weiterentwickelt.
Beobachtungen, Bilder und Notizen werden im Laufe der Zeit hinzugefügt, wenn sich saisonale Veränderungen und langfristige Veränderungen vollziehen. Die Absicht ist es, das Projekt auf natürliche Weise wachsen zu lassen, geprägt von Geduld, Beständigkeit und kontinuierlicher Präsenz.
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Anfragen zu weiteren Informationen, zur Bildverwendung oder zu Beobachtungsdaten im Zusammenhang mit diesem Projekt sind willkommen.
Bitte beachten Sie, dass nicht alle Materialien öffentlich zugänglich sind, insbesondere wenn es um den Schutz von Wildtieren oder Standorten geht. Alle weitergegebenen Informationen werden von Fall zu Fall geprüft.
Bei Fragen wenden Sie sich bitte direkt per E-Mail an mich.